Dentales Röngen

Unter dentalem (2-D-) Röntgen versteht man die radiologische Untersuchung von Zahnkrone, Zahnhals, Zahnwurzel, Zahnhalteapparat und umgebenden Kieferknochen. Das dentale Röntgen ist in der Tierzahnheilkunde die wichtigste Untersuchungsart, denn die klinisch-zahnärztliche Untersuchung des Zahnes durch direkte Anschauung, Abtasten und Fühlen mit der zahnärztlichen Sonde lässt lediglich oberflächliche Erkrankungen der Zahnkrone, also des Zahnanteils, welcher über dem Zahnfleischrand liegt, erkennen.

65% aller Zahnerkrankungen liegen aber nicht im Kronenbereich, sondern im Bereich der Zahnwurzel oder im die Wurzel umgebenden Kieferknochen. Der Prozentsatz von Zahn- und Kiefererkrankungen, die ohne dentales Röntgen nicht erkennbar waren, lag in umfangreichen amerikanischen Studien bei der Katze bei 46,5 % und beim Hund sogar bei 69,5%.

Klinisch vom Fachmann erkennbare Krankheitsanzeichen sind gerade bei chronischen Zahn- und Kiefererkrankungen oft nur sehr dezent und viele Patienten, gerade die mit „tierischen“ Zahnschmerzen, lassen sich nur ungern in den Mund schauen.

So dient die radiologische Untersuchung zunächst einmal dazu

1. überhaupt zu erkennen OB eine Erkrankung vorliegt oder nicht und weiter
2. welche Form der Erkrankung vorliegt und daraus als Konsequenz
3. welche Art von Behandlung anwendbar und effektiv ist.

Zum Beispiel werden die beiden Grundformen der Resorptiven Läsionen (RL, früher FORL) an Zähnen der Katze völlig unterschiedlich behandelt und nur durch Zahnröntgen können RL Typ 1 und Typ 2 voneinander unterschieden werden. Daher sollten bei der Katze, wenn eine Zahnuntersuchung oder Zahnbehandlung geplant ist, alle Zähne geröntgt werden!

Um beim Hund alle relevanten Zahn- und Kieferprobleme erkennen zu können, sollten zumindest Zähne oder Kieferbereiche mit den folgenden Auffälligkeiten geröntgt werden:

  • Zähne mit Verfärbungen der Krone; rötliche, gelbliche, bräunliche oder andere Abweichungen von er normalen Kronenfarbe und Zähne, die klinisch erkennbar verletzt sind
  • Zähne, die unauffällig sind, aber vorberichtlich eine Verletzung erlitten haben
  • Zähne, die offenbar locker sitzen
  • Zähne mit einer Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis)
  • Zähne mit einer Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates)
  • Zähne mit Zahnfleischtaschen oder sog. „Pseudotaschen“
  • Zähne, die deutlich mehr Zahnstein aufweisen als andere Zähne im ansonsten gesund erscheinenden Gebiss
  • Zähne, die schmerzhaft sind bei Berührung oder auf Druck
  • Zähne, bei denen nach Besitzeraussage Blutungen oder Schmerz auftraten
  • Zähne in der Nachbarschaft von Umfangsvermehrungen
  • Kieferbereiche, an denen nach abgeschlossenem Zahnwechsel mit 6 Monaten eigentlich Zähne sitzen sollten, aber offenbar keine vorhanden sind
  • Kieferbereiche mit Zahnfleischschwellungen
  • Schwellungen im Kieferbereich

Wir legen großen Wert auf eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Tierbesitzer! Und letztlich helfen qualitativ hochwertige dentale Röntgenaufnahmen auch dem Tierbesitzer im Beratungsgespräch zu verstehen, welche Art von Krankheit am Zahn oder am Kiefer vorliegt. Denn „Bilder sagen eben oft mehr als tausend Worte“ und hat man sich erst „ein Bild gemacht“ von der Problematik, dann kann viel einfacher nachvollzogen werden welche Art von Therapie und Vorbeugung sinnvoll sind.

Unsere Praxis ist ausgestattet mit dem modernsten Dental-Röntgengerät und die Entwicklung der Bilder erfolgt über ein neues digitales Darstellungsssystem. So stehen in kürzester Zeit hochwertigste Röntgenaufnahmen bereit – die Grundlage für eine effektive und erfolgreiche Therapie.

Dort, wo durch Überlagerungen und komplexe 3-D-Anatomie das Dentale Röntgen an seine Grenzen stößt, können wir nahtlos und ohne zeitliche Verzögerung als erste Praxis in Deutschland zur Digitalen Volumentomographie DVT (siehe unter „Spezialisierungen – DVT“) übergehen und so das nächste und bisher letzte Level der hochauflösenden Bildgebung in der Zahnheilkunde und der HNO betreten!

 

Kontakt

Tierärztliche Kleintierpraxis
Claus Meyer
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