Sanfte Kastration von Katze und Hund

Sanfte Kastration ist eine sehr passende Bezeichnung für die derzeit schonendste Methode Keimdrüsen (Gonaden) operativ zu entfernen. Sie zählt als minimalinvasive Kastration zu den „Schlüssellochoperationen“, Eingriffen über kleinste Schnitte als Zugänge. Kein Kastrationsverfahren ist dabei derart risikoarm und schnell überwunden wie die endoskopische Kastration. Wenn sie sich ausschließlich in der Bauchhöhle (griechisch lapara) abspielt, sprechen wir von laparoskopischer Kastration.

Ihr Rüde, Ihre Hündin muss aus gewichtigem Grund kastriert werden? Kater auf seine Hoden oder Kätzin auf ihre Eierstöcke verzichten? Wenn der Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit nun schon eine Notwendigkeit ist, sollte er so behutsam wie möglich vonstattengehen. Genau dieser Überzeugung sind auch wir. Bereits viele Jahre lang führen wir die gegenüber offenen Operationen technisch etwas aufwendigere sanfte Kastration durch. Mit moderner Endoskopie-Ausstattung, wie sie auch die Humanmedizin kennt.

Wie eine laparoskopische Kastration bei Hund oder Katze abläuft

Das narkotisierte Tier wird beatmet, der Schnittbereich rasiert. Für eine bessere Übersicht im Bauchraum blähen wir ihn zu Beginn über eine Kanüle ganz leicht mit etwas Kohlendioxidgas auf. Den Bauchdruck halten wir derweil konstant und unter ständiger Kontrolle.

Dann setzen wir durch Haut, Bauchdecke und das empfindliche Bauchfell nacheinander zwei winzige Millimeterschnitte, viel eher als Stiche zu bezeichnen. Über einen davon führen wir innerhalb eines dünnen Rohres (Tubus) einen Glasfaser-Lichtleiter und eine Mikro-Videokamera, das eigentliche Endoskop, an den Ort des Geschehens. Sie zeigt uns das Innenleben live und vergrößert auf einem hochauflösenden Monitor.

Der zweite Schnitt ist der Zugang für das spezielle OP-Werkzeug. Dies sind verschiedene, sinnig konstruierte Verlängerungen der Chirurgenhände. Inklusive beweglich bedienbaren Instrumenten zum Operieren innerhalb des praktisch geschlossenen Körpers. Gefäße versiegeln wir sofort elektrochirurgisch und blutungssicher, trennen ohne Zugeinwirkung die Gonaden ab – nur bei offensichtlicher Notwendigkeit auch gleich mehr – und entnehmen sie durch den Zugang hindurch. Keine Sorge: Schließlich entfernen wir auch das harmlose CO2-Gas.

Kastrationen von Weibchen sind stets laparoskopische, also im Bauchraum verortet. Männliche Tiere kommen im Vergleich sogar noch glimpflicher davon. Es sei denn, es handelt sich um einen kryptorchiden Rüden oder Kater, dessen Hoden die Wanderung von der Bauchhöhle über den Leistengang in den Hodensack nicht vollendet hat oder haben.

Die Prozedur kommt völlig ohne Nähte aus und ist dank unserer Erfahrung und Routine innerhalb kürzester Zeit überstanden. Der vierbeinige Patient kann nach dem Erwachen aus der Narkose sogleich laufen. Und schon wenige Tage danach wieder seinen Lieblingsaktivitäten nachgehen.

Endoskopische Kastration Ihrer Hündin oder Kätzin – was Ihr Liebling dabei gewinnt:

  • Die Schmerzbelastung nach OP für Ihre Hündin ist im Vergleich zu einer normalen OP minimal.
  • Das Narkoserisiko wird wegen der erheblich kürzeren Operationszeit stark vermindert.
  • Durch die sichere und sekundenschnelle Versiegelung der Gefäße beim Entfernen der Eierstöcke oder anderer Organe kommt es überhaupt nicht mehr zu Blutungen.
  • Die kleinsten Stiche benötigen keine Wundnaht in der Tiefe und die Haut kann meist geklebt werden.
  • Wundheilung und Erholung erfolgen sehr viel schneller und es gibt so gut wie keine Infektionen.
  • Was ist, wenn beispielsweise eine Gebärmutter in der Operation verändert erscheint? Auch das ist für unser erfahrenes Operationsteam kein wirkliches Problem. Wenn es sein muss, entfernen wir auch die Gebärmutter mit minimalinvasiver Technik.

Sanfte Kastration ja, aber nur mit Indikation!

Das Tierschutzgesetz ist klar: Amputation und Organentnahmen an Tieren sind verboten. Ob nun konventionell offen, minimalinvasiv oder zusätzlich endoskopisch und sanft: Die Kastration darf nur eine Ausnahme aus vernünftigem Grund sein – einem medizinischen oder haltungsbedingten.

Indikationen sind beispielsweise:

  • Hoden-, Prostata-, Eierstocks- oder Gebärmutter-Tumoren
  • verschiedene geschlechtshormon-abhängige Erkrankungen
  • Gebärmutterentzündungen (Pyometra), Scheinträchtigkeiten
  • Hodenlage außerhalb des Hodensacks (Kryptorchismus)
  • Zysten in Vorsteherdrüse oder Eierstöcken
  • Kastrationspflicht von freilaufenden Katzen
  • starke sexualhormongesteuerte Verhaltensauffälligkeiten (Aggression, „Triebigkeit“)

Wir beraten Sie gewissenhaft und wägen alle berechtigten Interessen sorgfältig ab. Wenden Sie sich bei allen Fragen über sanfte Kastration vertrauensvoll an uns.

Unsere Tierarztpraxis ist zum Helfen da – und das gern.

 

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Claus Meyer
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